Schärfere Kontrollen in der Fleischindustrie – Zeit des Wegguckens ist vorbei

Moderne Sklaverei im Kreis Coesfeld dürfen wir nicht dulden!

Die SPD Fraktion diskutierte in ihrer Sitzung wurde auch über die massenhaften Infektionen von Beschäftigten in dem Coesfelder Fleischbetrieb und deren Auswirkungen auf Billerbeck diskutiert. „Der Landesregierung sind die Zustände in der Fleischindustrie bekannt, die Zeit des Wegguckens muss vorbei sein und in der aktuellen Situation dürfen die Kommunen und der Kreis nicht alleine gelassen werden. Schärfere Kontrollen müssen jetzt kommen“, forderte der Fraktionsvorsitzende Thomas Tauber.“

Die SPD im Kreis Coesfeld fordert in einer Resolution:
Seit Jahren beklagen wir als SPD und die Gewerkschaften die menschunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Auch bei Westfleisch in Coesfeld. In vielen Unternehmen der Branche werden Subunternehmer eingesetzt, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kleinsten Unterkünften einquartieren und in vollen Bussen zu den Arbeitsstätten befördern. Arbeitszeiten von 60 Stunden und mehr an sechs Tagen in der Woche sind dabei keine Seltenheit. Was schon unter normalen Umständen menschenunwürdig ist, wird in der Corona-Krise zur lebensgefährlichen Belastung für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Fleischindustrie.

Wir fordern:

– Eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle bei Westfleisch durch die Kreisverwaltung

– Umfassende Hilfsangebote für die erkrankten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Westfleisch vom Kreis Coesfeld

– Die Prüfung einer Finanziellen Entschädigungszahlung durch Westfleisch – Umfangreiche, verlässliche und regelmäßige Kontrollen von Sicherheits- und Hygienestandards in allen fleischverarbeitenden Betrieben im Kreis Coesfeld

– Eine Gesetzesinitiative, die dem Missbrauch von Werksverträgen Vorschub leistet, sowie den Umgang mit Subunternehmern klar regelt

Die Situation, die nun bei Westfleisch eingetreten ist, stellt das traurige Ergebnis jahrzehntelanger Missachtung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der Fleischindustrie dar. Wir müssen dieses Problem strukturell betrachten und dringend für bessere Bedingungen in dieser Branche sorgen. Ein Weggucken und weiter so darf es nicht mehr geben. Die staatlichen Gesundheits- und Arbeitsschutzkontrollen müssen nun greifen. Die SPD im Kreis Coesfeld wird deshalb alle Maßnahmen zur Hilfe für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterstützen. Gleichzeitig müssen die Verantwortlichen für diese Miesere klar benannt und zur Rechenschaft gezogen werden. Für uns steht fest: moderne Sklaverei dulden wir im Kreis Coesfeld nicht!